Ein Garten in Norddeutschland

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Vier Felder Wirtschaft

Schon vor über 1000 Jahren erkannten die Bauern, dass die Kulturpflanzen den Boden auslaugen und man nicht immer die Pflanzen auf der gleichen Stelle anbauen kann. Der Boden laugt aus, die Erde wird müde. Damals schon "erfand" man die 4 Felder Wirtschaft, nach zwei Jahre Anbau unterschiedlicher Getreide folgte ein Jahr der Brache zur Regeneration des Bodens.

Im kleinen, intensiv bewirtschafteten Bauerngarten wurde die Fruchtfolge angewandt, eine systematische Reihenfolge über einem Zeitraum von 4 Jahren. Zugrunde liegen ganz bestimmte Naturbeobachtungen. Die Gemüsepflanzen entziehen dem Boden unterschiedliche Nährstoffmengen, man teilte die Gemüsearten daher in Gruppen ein: Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer.

Im ersten Jahr wachsen auf einem gut mit Kompost versorgtem Beet die Starkzehrer, im folgenden Jahr die Mittelzehrer und im 3 Jahr die Schwachzehrer. Dann sind die Nährstoffreserven verbraucht und das Land muss mit neuen Nährstoffen versorgt werden, bevor dort wieder die Starkzehrer angebaut werden können. Diese dreijährige Fruchtfolge setzt voraus, dass das Gartenland in vier Quartier unterteilt wird. Das vierte Quartier braucht man für die Dauergemüse und Kräuter, es bleibt einige Jahre unverändert.

Dieser Rhythmus ist altbewährt, man weiß heute allerdings, dass nicht allein durch den Verbrauch der Nährstoffe die Bodenmüdigkeit entsteht, sondern auch durch Ausscheidungen der Pflanzen. Entweder zieht man nun jedes Jahr mit den entsprechenden Pflanzen ein Quartier weiter oder hält sich an die Regeln der Mischkultur, die auf dem gleichen Prinzip aufbaut. Mischkultur ist permanenter Fruchtwechsel auf kleinstem Raum.

Regeln der dreijährigen Fruchtfolge: "Fruchtwechsel"

1.Quartier:
Starkzehrer: Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Blumenkohl, Rosenkohl, Chinakohl. Gurken, Kartoffeln, Lauch, Sellerie, Kürbis und Zucchini. Tomaten und Rhabarber sind zwar auch Starkzehrer, bilden aber eine Ausnahme. Tomaten möchten immer im Umkreis ihrer eigenen Ausdünstungen stehen, deshalb sollten sie jedes Jahr auf den gleichen Platz gepflanzt werden. Rhabarber gehört zu den Dauergemüsen.
Dieses Quartier muss im Herbst schon gut vorbereitet werden. Außer Kompost sollte auch noch eine organische Düngung aufgebracht werden. Verrotteter Mist (Kuh) , getrockneter Rinderdung, Guano, eine Mischung aus Horn-Blut- und Knochenmehl eignen sich gut dafür. Eine Gabe Steinmehl ist eine gute Ergänzung wegen des reichen Gehaltes an Spurenelementen. Während der Wachstumszeit sollte man alle Starkzehrer nochmals nachdüngen, bewährt hat sich Brennnesseljauche.

2. Quartier
Mittelzehrer: Zwiebeln, Knoblauch, Möhren, Rote Beete, Fenchel, Salate, Spinat, Schwarzwurzeln, Radieschen, Kohlrabi, Paprika und Stangenbohnen.
Auch hier wird im Herbst Kompost aufgebracht und auch im Frühjahr etwas organischer Dünger. Während der Hauptwachstumszeit, je nach Bodenverhältnissen, wird noch einmal mit Pflanzenjauche nachdüngen

3. Quartier:
Schwachzehrer: Bohnen, Erbsen und Kräuter
Hier wird nur Kompost im Herbst aufgebracht, die Bohnen und Erbsen als Leguminosefrüchte reichern die Beete zusätzlich mit Stickstoff an. Sie zehren nicht nur aus der Erde, sondern geben auch etwas zurück. Bei den Kräuter muss man sehr vorsichtig sein mit der Düngung, denn viele unserer Kräuter, gerade die einjährig gezogenen, stammen aus den felsigen Gebieten des Mittelmeerraumes.

4. Quartier:
Rhabarber, Spargel, ausdauernde Kräuter wie Estragon, Zitronenmelisse, Salbei, Liebstöckel u.a., Erdbeeren Hier kann man auch die Tomaten anbauen, allerdings muss man diese dann besonders düngen.
Einen Teil der Mittelzehrer kann man auch zu den Starkzehrern rechnen und einen anderen Teil zu den Schwachzehrern. Dadurch käme man dann zu einer zweijährigen Fruchtfolge, dabei würde dann das 3. Wanderquartier ein Jahr mit Gründüngung versehen.



Die Regeln der Mischkultur

Die gemischten, bunten Gartenkulturen sind der Natur abgeschaut, in der freien Natur gibt es keine Monokulturen, d.h. kein Monopol auf einem bestimmten Gebiet für eine Pflanzenart. Immer finden sich dort unterschiedliche Pflanzen zusammen, sie ergänzen sich gegenseitig und sind den speziellen Bedingungen des Standortes angepasst. Die Gewächse, die sich an einem Standort behaupten, vertragen sich miteinander. Sie sind gute Nachbarn. Die Wissenschaft nennt diese Form des gemischten Zusammenlebens "Biozönose" (griech.: Lebensraum)

Diese Art einer Pflanzengemeinschaft strebt die Mischkultur an. Die Mischung der verschiedenen Gemüse auf einem Beet, muss sich sowohl oberirdisch – mit der Blattmasse als Bodenbeschattung - als auch unterirdisch mit den Wurzeln ergänzen. Gerade im Wurzelbereich ist eine gute Ergänzung wichtig, da ja jede Pflanze verschiedene Substanzen aus ihrem Stoffwechsel dort abgibt und auch unterschiedliche Nährstoffmengen aufnimmt. Dadurch wird der Boden nie einseitig beansprucht.

Wurzelausscheidung und die Düfte der Pflanzen spiele eine Rolle bei den Verträglichkeiten in der Nachbarschaft, manch Pflanzen können sich buchstäblich nicht riechen. Die Pflanzenkombinationen beruhen größtenteils noch auf reine Beobachtungen, erst in letzter Zeit werden die Pflanzenkombinationen auch wissenschaftlich erforscht. Die Allelopathie (Wissenschaft von der gegenseitigen Beeinflussung von Pflanzen) forscht auch über die Phytonzide (biologische Wirkstoffe, welche die Lebensprozesse der Pflanzen anregen oder hemmen).

In den Mischkulturbeeten gedeihen gleichzeitig Pflanzen mit unterschiedlichen Erntezeiten und unterschiedlichen Nährstoffansprüchen. Breite, krautige Pflanzen wachsen neben schmalen, die entweder noch in die Höhe wachsen oder senkrecht in die Tiefe ihre Wurzeln ausbilden. Gut durchdachte Mischkulturen bilden eine dichte Pflanzendecke, so dass kaum Unkraut aufkommt.

Tabellen für die Mischkulturen findet man in Gartenzeitschriften und Gartenbüchern.

Flächen in der Mischkultur, die im nächsten Jahr für Starkzehrer vorgesehen sind, werden im Herbst mit Kompost und organischem Dünger vorbereitet, alle anderen Flächen erhalten nur eine Kompostdecke.